Unendlich viele Affen auf der lit.Cologne

Hallo meine Lieben!

Am Freitag (10.03) stand mein erstes richtiges Poetry Slam an! Bisher habe ich nur wenig mit Lyrik zu tun gehabt – Mal hier, mal da, ist ein Beitrag bei Youtube aufgeploppt. Aber sonst hatte ich kaum Berührung mit Lyrik und Poetry Slam. Umso besser, dass mit „Unendlich viele Affen“ Platz auf der diesjährigen lit.Cologne für genau diese beiden Themen Platz geschaffen wird. Jackpot!

Der Abend ist vollgepackt mit Schmankerln, denn vier bekannte, deutsche Slammer texten uns heute Abend zu: Theresa Hahl, Jason Bartsch, Jan Philipp Zymny und Sebastian23. DJ Jean-Jaques Plastique sorgt in kleinen Pausen für Musik.

Sebastian23 ist bekannt in der Szene und hat auch schon verschiedene öffentliche Auftritte in großen TV-Shows absolviert. Sein bekanntester Titel ist aktuell „Zeit für Lyrik“. Er moderiert den Abend mit viel Witz, Aktion und „Chillness“.

Warum der Titel „Unendliche viele Affen“ ? Alle Slammer kommen aus dem Ruhrpott, wo Affen ja bekanntlich KULT sind. Außerdem steht der Titel  auch für ihr Showprogramm in Bochum, wo die 5 ca. einmal im Monat zusammen auftreten (Termine bei Facebook).

Den Anfang macht Jason Bartsch. Er ist gebürtiger Solinger, hat aber den großen Sprung in das Ruhrpottherz Bochum gewagt. Mit viel Humor und einigen Lachern steigen wir in seinen Text „Springreiten Toujours – Boom, c’est le choc„ein. Hier führt er uns durch das Finale des Olympia-Springreitens: Seinen olympischen Lieblingssport. Nicht nur, dass einige Teilnehmer – und Pferde – der heutigen Z-Prominez ähneln, hier und da, gibt es auch politischen Besuch. Im rasanten Tempo fiebern wir dem Sieg entgegen, doch es kommt erst mal zum Drogenskandal, denn: „Crack bewirkt bei Einhörnern, dass Sophia Thomalla ein neues Selfie hoch lädt. SO GEHT ES NICHT, meine Damen und Herren. “ Dann wenden wir uns „Hömma“ zu, einem 1a Gaul, der mit einer affengeschwindlichkeit in der Stratosphäre verglüht und so Gold nach „Preußen, Verzeihung, Deutschland“ holt.  Ein nervenaufreibender Ritt, mit einigen Opfern.

Der nächste Text ist von Theresa Hahl. Die Heidelbergerin beschreibt sich selbst als „Quotenfrau und -lyrikerin„. In ihrem Text „Das Heidelbeer-Mahl oder Philosophie auf Garagendächern Teil 1“ nimmt uns mit, in das gemeinsame Gedankenbauen auf Carports. „In Fiolen unserer Köpfe, rieselte nur sehr leise, ein Destillat von Gedanken, die uns langten, für eine ganze Gegenwart.“ Theresa hat wunderschöne Zeilen, die zum Nachdenken anregen und bewegen.
„Und ich begann dir zu erklären, dass Wolkenschiffe Lüftsprünge als Treibstoff tanken […], dass wenn man eine Idee aus der Luft greift, dem Wind Drachenblut verabreicht. […] Also sag mir, Mondfuchsmädchen: Können Verdrängung und der narzisstische Heiligenschein, nicht viel süßer als 10.000 verfickte Heidelbeeren sein?“.

Danach betritt wieder Sebastian23 die Bühne und trägt seinen Text „Eure Durchlaucht“ vor. Es ist ein humoristischer Text, mit vielen Wortspielen, Witzen, Denglisch und viel Sinn dafür, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. „Letzte Woche hat mir ein Veganer ins Bein gebissen […] Was man so nicht erkennt, beim den Poetry Slams, sprich ironischen Slang, auch mal positiv denken […] Doch mich loben die Fans, dieses komischen Trends. Warum? Denn ich bin ein Lauch. So wie alle anderen auch!“.

Der letzte Mann des Slam-Quartetts ist Jan Philipp Zymny. Er trägt seinen Text „Zuhause bleiben“ vor. Hier geht es um das Einigeln und Cocooning. Der Text richtet sich an alle „Drinnis“ da draußen. „Forscher sagen: Wer Zuhause bleibt, sagt: Fick dich, Natur! […]. Draußen ist böse, Draußen ist gefährlich […].“ Bei dem Text musste ich ehrlich gesagt an den Ein oder Anderen in der Familie denken, die sich auch immer vehement gegen „das Draußen“ wehren ;-D Da musste ich schon sehr lachen.

In der zweiten Hälfte des Programms kommen alle Slammer nochmal zu Wort. Bartsch trägt sein Lied „Fahrrad“ und „Weirder Moment“ vor (coole Stimme, übrigens), Zymny berichtet von einer kuriosen Taxifahrt und Hahl berichtet von der Lyrikerin Grete-Penelope Mars (die mit ihren Gedichten schon den Dadaismus vorgegriffen hat) und trägt ihren Slam „Tanzen“ vor. Sebastian23 trägt seinen Text „Schwerkraft und Leichtsinn“ vor.

Insgesamt war es ein toller Abend, in einer tollen Location. Die Texte waren sehr gut und auch abwechslungsreich ausgewählt, es war eine tolle Stimmung! Einziges Manko: Die Veranstaltung ging nur 01:20. Das fand ich arg kurz, da ja auch viel anmodieriert wurde. Ich hätte gerne noch ein paar bekannte Stücke von den Slammern gehört. Höchste Zeit für mich, mal einen richtigen Poetry Slam mitzumachen und auch „Unendlich viele Affen“ in Bochum zu besuchen. Danke lit.Cologne für diesen Abend!

Bis bald, eure Momkki.

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