Und dann hats Zoom gemacht – mit Anne Freytag

Hallo meine lieben Bücherwürmer!

Ich möchte euch heute ein ganz ganz tolles Buch vorstellen: „Den Mund voll ungesagter Dinge“ von Anne Freytag. Vor fast genau einem Jahr ging es für Freytag richtig los: Mit ihrem Debütroman „Mein bester letzter Sommer“ im Jugendbereich erschrieb sie sich eine dicke Fanbase und dazu das zweite Treppchen des lovelybooks-Lesepreises. Ich bin erst zu „Den Mund voll ungesagter Dinge“ auf sie aufmerksam geworden – Lea von Liberiarium hat mir das Buch empfohlen, zusätzlich wurde es im Netz stark diskutiert. Ich musste das Buch einfach lesen, ich war so neugierig. Endgültig gecatcht war ich dann auf der Leipziger Buchmesse, wo ich Freytag diverse Male persönlich treffen durfte. Echt coole Socke, sag ich euch! Aber nun zum Buch:

Inhaltsangabe von heyne>fliegt:

Wenn Sophie es sich aussuchen könnte, wäre ihr Leben simpel. Aber das ist es nicht. Und das war es auch nie. Das fängt damit an, dass ihre Mutter sie direkt nach der Geburt im Stich gelassen hat. Und endet damit, dass Sophies Vater plötzlich beschließt, mit seiner Tochter zu seiner Freundin nach München zu ziehen. Alle sind glücklich. Bis auf Sophie.

Was hat es bloß mit dieser verdammten Liebe auf sich? Sophie selbst war noch nie verliebt. Klar gab es Jungs, einsam ist sie trotzdem. Bis sie in der neuen Stadt auf Alex trifft. Das Nachbarsmädchen mit der kleinen Lücke zwischen den Zähnen, den grünen Augen und dem ansteckenden Lachen. Zum ersten Mal lässt sich Sophie voll und ganz auf einen anderen Menschen ein. Und plötzlich ist das Leben neu und aufregend. Bis ein Kuss alles verändert.

Meine Meinung zu „Den Mund voll ungesagter Dinge„:

Sophie ist in den letzten Zügen der Schulzeit: In ein paar Monaten macht sie ihr Abi und entflieht in die Welt. Genau jetzt bricht ihr Vater alle Bücken in Hamburg, um zu seiner neuen Liebe nach München zu ziehen. Das Problem: Sie muss mit. Dabei will sie nicht in eine Stadt voller Snobs, hunderte Kilometer weit weg von der Heimat. Nichtsdestotrotz geht natürlich schnell das neue Leben los. Als sie in München ankommt, ist das altbewährte Zweigespann nun mitten in einer Patchwork-Großfamilie. Alle bis auf Sophie freuen sich tierisch. Da ist Leon und Valentin, ihre neuen Stiefbrüder, Carlos der Stiefhund und natürlich Lena, die „Neue“. Alle mögen Sophie, aber Sophie hasst Jeden und die Welt. Nach zwei todeslangweiligen Osterferien alleine in München, lernt Sophie das Nachbarsmädchen kennen. Alex heißt sie. Schnell wird klar, Alex ist besonders. Sophie möchte sie kennenlernen und mit ihr befreundet sein, für cool befunden werden und all ihre Geheimnisse kennen. Und noch viel mehr…..

Das Jugendbuch „Den Mund voll ungesagter Dinge“ hat mich so schön erinnert! Ich habe viele Szenen aus dem Buch, gerade wenn es um das Erwachsenwerden und das erste Mal Verliebt sein geht, richtig mitempfunden und musste an vielen Stellen lachen. Gerade in den Szenen wo Alex und Sophie sich kennenlernen, hatte ich fast permanent ein Lächeln auf den Lippen. Ein paar Szenen haben mich stark an mein eigenes Erwachsenwerden erinnert, wie zum Beispiel die Szene bei McDonalds oder die Verzweifelung beim SMS-Schreiben.
Ich finde das Buch wirklich ganz stark. Beim Lesen bekommt man Sehnsucht nach dem Verliebt-Sein und nach dem „Alles-ist-Möglich-Gefühl“ vor und kurz nach dem Abi. Freytag fängt diese sensible Zeit perfekt ein: Sophie hängt irgendwie in der Schwebe, möchte weiter gehen, hat aber auch Angst, weil sie nicht weiß, wo (und mit wem) es für sie hingeht. Die Bilder die Freytag webt und die Szenen, die Sophies Gefühle ausdrücken, sind immer Mitten aus dem Leben und genau auf dem Punkt. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, dass so nachhaltig Gefühle und Gedanken in mir zurücklassen. Freytag schafft mit Sophie auch endlich mal eine Figur mit Ecken und Kanten. Eine Figur die lebensecht und manchmal ganz schön scheiße ist. Aber genau DAS macht sie so liebenswert und für mich interessant. Schön finde ich auch die Freundschaft zwischen Lukas und Sophie (BFFs 4eva). Ich denke es spiegelt viele Gespräche zwischen Jugendlichen heute sehr realistisch und ungeschönt wieder.

*Kleiner Spoiler*

Viele Leser fanden Lukas Spitznamen „Flittchen“ für Sophie  sehr grenzwertig. Auf den ersten Blick war ist es das auch. Aber: Es gibt einfach Situationen, wo man einen Spitznamen bekommt und diesen dann auf ewig behält, gerade zwischen aller besten Freunden und Kumpels ist das so. Und sind wir mal ehrlich: Sind die immer nett? Nein, sind sie nicht. Ich habe auch unter meinen engsten Freunden diverse Spitznamen, die auf den ersten Blick ziemlich fies sind. Sie sind aber aus einer Situation heraus entstanden, in der es einfach lustig oder Wortwitz war und dann ist der Eine oder Andere halt geblieben und im übrigen auch sehr lustig, wenn er wieder aus den Tiefen der Vergangenheit hervorgezaubert wird. So wie Freytag die Freundschaft zwischen Lukas und Sophie aufbaut und auch wie sie den Spitznamen „Flittchen“ herleitet, ist das Thema Spitzname für mein Verständnis ganz klar, unaufgeregt und okay.

Abschließend

Insgesamt muss ich sagen: Chapeau an die Autorin. Nach langer Zeit mal wieder ein vollends toller Roman, bis in die letzten Seitenecken. Das Cover und die Innen-Seiten sind übrigens auch ganz toll gestaltet. Schön waren zudem die vielen eingearbeiteten Songs, die das Leseerlebnis noch packender gestaltet haben. Von mir 5/5 Punkten mit Sternchen.

Bis bald, eure Motzi 🙂

P.S.: Croissants mit Birnenmarmelade sind sau lecker!

 

2 thoughts on “Und dann hats Zoom gemacht – mit Anne Freytag

  1. Liebe Meike,
    danke danke danke! Nachdem das Buch so schlecht gemacht wurde, hatte ich keine Lust mehr es zu lesen, weil mir die ganzen Spitzen einfach nur auf den Keks gingen. Ich wollte warten, bis sich die Gemüter wieder beruhigt haben und ich das Buch ganz entspannt auf mich wirken lassen kann. Und nun kommst du und machst es mir wieder so schmackhaft, dass ich am liebsten sofort los lesen würde und das einfach nur, weil du nicht nach dem Haar in der Suppe gesucht und alles mit dem erhobenen Zeigefinger bewertet hast. <3

    Ich wünsche dir wundervolle Osterfeiertage und lasse dir noch ein paar liebe Grüße da.
    Maike

    1. Hallo liebe Maike,

      Mach das unbedingt, das Buch ist wirklich ganz toll! Es gab so viele schöne szenen, die ich mit meiner eigenen Jugend verbinde 🙂 alleine schon der Mcs-Chill 😀

      Leider hab ich „ziemlich bester letzter Sommer“ noch nicht gelesen, dass kommt jetzt bald hoffentlich (wenn es der SUB erlaubt LOL)

      Lg Meike

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