Und alle so: Cheers!

Ihr auditiven Menschen, ahoi!

Kurz vorm Wochenende ist mal wieder Zeit für einen echten Suter: „Cheers – Feiern mit der Business Class„! 106 Texte von Martin Suter werden hier von Stefan Kurt gelesen. Alle unter der Reihe Business Class, aber mit dem Schwerpunkt der Feierlichkeiten. Die Kurzgeschichten stammen nicht nur aus dem Diogenes-Reportoire, insgesamt 40 sind bisher nur als Kolumnen der züricher Weltwoche oder im züricher Weltwoche-ABC-Verlags erschienen, und feiern somit Premiere bei Diogenes.

Inhaltsangabe von Diogenes Hörbuch:

Das glatte Parkett der feuchtfröhlichen Events ist ein weites Feld: Ob Firmenfeier, Business Lunch, Weihnachtsessen, Silvestereinladung beim Chef, der heiße Flirt mit der neuen Sekretärin oder der Absacker unter Kollegen – der Manager genießt nie ganz unbeschwert. Denn die Karriere kennt keine Auszeit. Nicht etwa der Herzinfarkt oder der Alkohol sind daher der größte Feind, sondern die eigene Spezies.

Meine Meinung zu „Cheers“

Das Hörbuch „Cheers“ umfasst Kurzgeschichten mit einer Erzähllänge von knapp 3 bis fast 5 Minuten. Es gibt alleinstehende Kurzgeschichten sowie fortführende Storys. Suter, der Zeit seines Lebens lange als Werbetexter in einer Agentur gearbeitet hat, beschreibt hier, die Gefahren, Fehltritte und Peinlichkeiten des Arbeitslebens, wenn es um feierliches Beisammensein geht. Außerdem gibt es Storys über die Büroaffäre, Flurtratsch und ihre Folgen und Insidertipps für das Hoch- und Rausschlafen.

Ich habe vor einiger Zeit, das Hörbuch „Business Class“ gehört und wollte unbedingt mehr von Suters bitterbösen Geschichten lesen! Hier gibt es wirklich ein witziges Repertoire an Schreibtisch- Geschichten. Mir waren jedoch an einigen Stellen die Geschichten etwas zu kurz. Gerade wenn es dann auf die allein stehenden Stories zu geht und die Kurzgeschichte – im wahrsten Sinne des Wortes – gerade mal 2:55 beträgt (Frau Blasers Indeskretion). Hier hat man gerade losgehört, da geht es schon mit dem nächsten Fettnäpfchen weitern. An manchen Stellen ist  Suters Humor allerdings so subtil, dass man erst bei der übernächsten Peinlichkeit ( und Geschichte) weiß, was Frau Blaser falsch gemacht hat.

Sehr gut gefallen haben mir die Fortsetzungsstories „In heikeler Mission“, „Liebe und Betriebe“, „Stegers Rutsch“ und „Lobsigers Schicksalsabend“ , da man hier die Figuren über mehrere Tracks mitverfolgt. Einer meiner Lieblingskurzgeschichten ist „Ein Mann wächst mit seiner Aufgabe“. Hier zeigt sich wieder das unbeschreibliche Können Suters, Metaphern aus dem Alltag zu schaffen.

„Die weichen Linien des beladenen Wirtschaftsführers, dürfen nicht durch das harte Weiß eines gestärkten Kragens kontrastiert werden. Der verletzliche Blick des Weitblickenden, nicht durch das Blitzen eines Brillenglases neutralisiert. Und die Offenheit des Wirtschaftspioniers, nicht durch die Zugeknöpftheit eines Zweireihers kontrapunktiert. Seine Persönlichkeit braucht getönte Buttondowns, halbierte Lesebrillen und gutsitzende Einreiher.“ (aus Cheers, Track 4)

Da macht das Hören Spaß. Außerdem ist Kurt ein sehr stimmfarbiger Vorleser. Ich habe mich bei „Telefonieren – intern“ köstlich amüsiert. Ich habe selten erlebt, wie intensiv ein Mann in den Hörer schnurren kann, haha! Auch die Dialoge sind – durch seine Betonung – doppelt zum Schießen!

Ich glaube, bei „Cheers“ ist es wichtig, dass man sich auf das Arbeitssetting einstellen kann. Ich habe es im Urlaub angehört und war überhaupt nicht in „Business“-Stimmung. Prompt fand ich auch die Kolumnen über das Arbeitsleben irgendwie blöd. Als ich wieder ganz normal arbeiten und im Alltag war, habe ich mich dafür köstlich amüsiert 🙂

Insgesamt bewerte ich das Hörbuch „Cheers“ mit 4/5 Punkten.

Bis bald, eure Momkki!

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