Transition – Das Programm von Luke Kennard

Hallo meine lieben Bookies,

und ein weiteres Buch zieht vom SUB zu dem SGB um. Ich habe die letzten Tage „TransitionDas Programm“ von Luke Kennard gelesen, es ist ein Roman, vielleicht noch eher ein Thriller, der sehr manipulativen unterwegs ist.

Inhaltsangabe von Droemer Knaur:

„Verbessere dich selbst, und du verbesserst die Welt.“

Karl und Genevieve, beide Anfang 30, sind überqualifiziert und hoch verschuldet, wissen nicht weiter. Überraschend bekommt das junge Paar das verlockende Angebot, an einem Pilotprogramm namens Transition teilzunehmen. Dahinter steckt eine wohltätige Organisation, die desillusionierten Großstädtern wieder auf die Füße helfen will. Einzige Bedingung: Die Testpersonen müssen sechs Monate bei ihren Mentoren wohnen und sämtliche Anweisungen befolgen.
Während sich Genevieve voller Begeisterung in das Coaching stürzt, steht Karl dem ganzen Vorhaben skeptisch gegenüber. Was steckt wirklich hinter dieser ominösen Organisation, die jede Öffentlichkeit meidet? Und führt die permanente Selbstoptimierung tatsächlich zu etwas Gutem?

Meine Meinung zu „Transition – Das Programm“:

Karl und Genevieve sind jung und führen ein Leben in der Mittelschicht: normale Gehälter, normale Jobs. Das Problem ist nur, dass sie sich finanziell aber leider wie sie ganz großen Verhalten. Mit Anfang 30 haben beide so viele Schulden angesammelt, dass sie nicht mehr aus und ein Wissen und insolvent sind. Dazu kommt, dass Karl, der technisch versiert ist, auch Kreditkartenbetrug und Steuerhinterziehung begangen hat. Er steht also mit einem Bein im Knast. Hier kommt plötzlich ein neues Sozialisierungsprogramm ins Spiel. Transition nimmt Straftäter auf und reaozialisiert sie. Und zwar so, dass die am Ende des Programms ihre Schulden beglichen und auch einen stattlichen Betrag für ihr Eigenheim zusammen gespart haben. Innerhalb des Programms ist es außerdem immer wieder möglich, durch bestimmte Wettbewerbe, Upgrades für das Eigenheim zu gewinnen, zB eine kostenlose zusätzliche Etage oder Sauna etc. Kurz um alles ist besser als der Knast und ziehen Karl und Genevieve zu Transition. Hier leben die beiden fortan unter strenger Beobachtung bei ihren Mentoren. Stu und Janna. Während Genevieve sich gut unter den Regeln von Transition zurecht findet, hat Karl Schwierigkeiten seine neue Situation zu akzeptieren. Janna und Stu greifen nicht nur in die Persönlichkeitsrechte er beiden ein, es werden auch persönliche Dinge gestohlen und beide aktiv manipuliert. Das macht Karl große Sorgen, denn Genevieve ist psychisch instabil und anfällig für Manipulationen….

Die Idee des Romans hat mir gut gefallen: Anstatt Kleinkriminelle direkt wegzusperren, können diese in Transition – ihren jeweiligen Vergehen gerecht – lernen, wie es sich in einer Gesellschaft normal lebt. Da wohl die meisten monetär kriminell sind, werden hier viele Trainings angewandt, in denen die Protegés lernen mit Geld umzugehen. Mir hat etwas die Auseinandersetzung gefehlt zwischen Karl – Knast – Transition. Sobald beide bei Transition beginnen, ist nämlich die Angst und soziale Gefahr im Knast zu landen völlig vergessen. Müsste man sich nicht im klaren sein, dass alles besser ist als der Knast?

Karl und Genevieve haben eine merkwürdige Beziehung. Zu Anfang gehen Sie noch liebevoll miteinander um, aber der Frust über die neue Situation und die Instabilität von Genevieve, machen ziemlich viel kaputt. Das tut manchmal richtig weh zu lesen und hat es mir schwer gemacht, mich mit dem ein oder anderen zu identifizieren.

Zuletzt habe ich an einigen Stellen den Humor nicht richtig packen können. Mir schien es so, als seien ein paar Insider in die Gespräche eingeflossen. Ich hab mir bei manchen Dialogen gedacht: Hä?!?! Wie ?!? Was ?!? Nochmal und nochmal gelesen, aber es einfach nicht gerafft!

An vielen Stellen fand ich die Handlung aber sehr spannend. Bis zum Schluss, schafft es Kennard ein diffuses Gefühl von „Was passiert hier eigentlich?!“ aufrecht zu erhalten.

Insgesamt bekommt Transition von mir 3/5 Punkte.

Bis bald, eure Momkki.

PS.: Witziger weise habe ich eine Bekannte, die auch Transition-Gruppen leitet. Ein bisschen creepy. Allerdings arbeitet sie nicht mit Straftätern und es ist eine Hobby-Gruppe, also eine Arbeitsgruppe, die gemeinsam zB Vorstellungsgespräche übt. Habt ihr auch schon von Transition gehört?

2 thoughts on “Transition – Das Programm von Luke Kennard

  1. Die Idee klingt wirklich spannend, von dem Buch habe ich bisher noch gar nichts gehört. Schade, dass es dich nicht komplett überzeugen konnte, aber ich werde es mir auf jeden Fall mal genauer ansehen und mir andere Rezensionen angucken. Schöne, aussagekräftige Rezension!

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