Nüsse? Welche Nüsse?

Hallo meine Lieben 🙂

Nachdem mein letztes Hörbuch im Sachbuch und/oder Selbsthilfe-Genre angesiedelt war, habe ich heute einen Krimi, den ich für euch rezensieren möchte: Nussschale von Ian McEwan. Was „Nussschale“ so interessant macht? Es ist eine neue Interpretation von Shakespears „Hamlet“, geschrieben als Hommage an einen der größten Schreiberlinge seiner Zeit.

Inhaltsangabe von Diogenes

Eine Geschichte über List und Leidenschaft, Verrat und Mord. Eine klassische Konstellation: der Vater, die Mutter und der Liebhaber. Und das Kind, vor dessen Augen sich das Drama entfaltet. Aber so, wie Ian McEwan sie erzählt, haben Sie diese elementare Geschichte noch nie gehört. Verblüffend, verstörend, fesselnd, philosophisch – eine literarische Tour de force von einem der größten Erzähler englischer Sprache.

Meine Meinung zu „Nussschale“

Man braucht ein paar Takte um zu begreifen, aus welcher Sicht hier die Geschehnisse beschrieben werden. Der Klappentext lässt wenig durchblicken, das Cover ebenso wenig. Umso größer ist die Überraschung, als klar wird, dass der Erzähler das ungeborene Baby von Trudy ist. Trudy ist eine wunderschöne junge Frau, die nicht nur ihrem Ex-Mann den Kopf verdreht hat, sondern auch dessen Bruder, mit dem sie eine geheime Affäre pflegt. Da aber ihr Ex-Mann einen großen Teil des Vermögens geerbt hat, schmieden die beiden nun ein Komplott: Sie wollen John töten und sich dann die Erbschaft teilen. Mit Schrecken beschreibt der Kleine, das Komplott, die Beziehung zwischen den Figuren und seine eigenen Ängste.

Insgesamt hat mir der Fall gut gefallen. An einigen Stellen hatte ich das Gefühl, dass McEwan den Blickwinkel außer acht gelassen hat. Hier war auf einmal die Rede von Gesichtsregungen, Beschreibungen von Gegenständen oder Bewegungen etc. Das Ungeborene kann dies aber ja gar nicht gesehen haben. Trudy Figur hat mir am besten gefallen, da sowohl John als naiver Ex-Mann, als auch Claude als dümmlicher Lover ziemlich plakative Charakter hatten. Das Baby als Erzähler war sehr witzig, schlagfertig und durch die sehr hochgestochene Sprache immer ein wenig super schlau.

Gelesen wurde das Hörbuch von Wanja Mues. Ich hätte mir noch eine etwas jüngere Stimme gewünscht, was dem Baby noch  mehr Witz verliehen hätte. Mues hat eine gefestigte und erwachsene Stimme, die den Intellekt gut packt.

Insgesamt bewerte ich das Hörbuch mit 3/5 Sternen.

Bis bald, eure Momkki.

 

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