Mahatma Gandhis Lebensweisheit: Wut ist ein Geschenk

Hallo Welt!

Ich habe die letzten Wochen viel über Berufliches und Privates nachgedacht, war sehr eingespannt und viel unterwegs. Ihr wisst ja: Für mich gibt es nichts Schöneres, wenn mich gute Hörbücher auf meinem Weg begleiten. Tatsächlich habe ich aber die letzten zwei Wochen mal meine Hörroutine unterbrochen und mich nur einem Hörbuch gewidmet. Normalerweise höre ich sehr sehr viel, je nachdem wie viel ich unterwegs bin ca. 3 Hörbücher pro Woche. Keins davon höre ich doppelt. In den letzten 14 Tagen hat mich allerdings das Hörbuch „Wut ist ein Geschenk“ von Arun Gandhi begleitet.

Das Hörbuch habe ich nicht nur verschlungen, ich habe richtig damit gearbeitet, mir einzelne Kapitel immer und immer wieder durchgehört und dann von neuem aufgelegt, wenn ich ganz durch war. Arun Gandhi berichtet in seinem Hörbuch von dem Zusammenleben mit dem Friedensaktivisten und Propheten Mahatma Gandhi, seinem Großvater. Er ist der 5. Enkel von Mahatma Gandhi und hat 2 Jahre an seiner Seite gelebt. Nun hat er aufgeschrieben, welche Lehren er in den Jahren des Zusammenlebens und der Zeit danach von seinem Großvater für sich verinnerlichen konnte. Einer der wichtigsten Kapitel ist Lektion 1 „Wut ist ein Geschenk“. Hier berichtet Arun, wie er gelernt hat seine Wut und seine negative Emotionen in etwas Positives zu verwandeln, Antrieb und Motivation aus seiner Wut zu ziehen und sich davon nicht negativ beeinflussen zu lassen.

Aber wie wird aus der Lektion „Wut ist ein Geschenk“ eine positive Lebenseinstellung?

Ich konnte zu Anfang nicht viel damit anfangen, denn wenn ich wütend bin, habe ich 1) einen sehr guten Grund wütend zu sein und 2) bin sauer, schlecht gelaunt und habe keine Lust auf andere Menschen. Ich WILL dann, dass derjenige der an meiner Wut schuld ist, zu Rechenschaft gezogen wird, dass er seinen Fehler einsieht und sich entschuldigt, es wieder gut macht. Passiert das? Nein, nur selten. Oft ist es ja so, dass die Situation einfach so ist wie sie ist. Ich kann nichts daran ändern und die Wut liegt mir schwer im Magen.

Beispiel: Unsere Personalausweise sind abgelaufen und ich wollte meinen und den von meinem Partner beim Amt abholen. Wir haben extra gefragt, ob er seinen behalten könne, da er längere Zeit auf einen Lehrgang verbringen musste und ihn nicht persönlich abholen konnte, aber auch nicht ganz ohne Personalausweis fahren wollte. ‚Ja, er könne den alten Personalausweis mitnehmen‘, sagte man uns. Blöd war nur, dass ich seinen nun nicht abholen konnte, da er ihn natürlich  – wie mit dem Amt besprochen – wieder mitgenommen hatte, uns aber nicht gesagt wurde, dass man die alten Personalausweise abgeben muss. Ergo: Er muss in zwei Monaten selber dahin, und nun zwei Monate ohne einen gültigen Ausweis rumlaufen. Ich war ziemlich wütend darüber, dass man weder hilfsbereit war, noch Verständnis hatte, noch seinen Job im Vorfeld richtig gemacht hat. Er muss aber nun selber dahin, egal wie wütend ich bin. Wie kann ich diese Wut nun für mich nutzen?

Im ersten Schritt gilt es Wut als eine Emotion anzunehmen, die uns zeigt, dass etwas nicht richtig läuft. Hier schlägt Gandhi seinem Enkel Arun zum Beispiel vor, ein Wut-Tagebuch zu führen, um zu entschlüsseln, was ihn wütend macht. „Nur wenn du die Ursache verstehst, kannst du dein Problem lösen. Das Tagebuch ist nicht dafür da Dampf abzulassen, es dient dazu die Ursache zu entdecken und eine Lösung dafür zu finden.“

Keine schlechte Idee, wie ich finde. Ich habe nach dem Hören des Hörbuchs angefangen ein solches Wut-Tagebuch zu führen und muss sagen, dass ich ganz schön überrascht war, wie viel das bringt. Ich habe wirklich versucht, negative sowie aber auch positive Emotionen festzuhalten. Wenn ich so durch die Aufzeichnungen blättere, fällt mir vor allem auf, dass ich mich oft über Dinge aufrege, die ich gar nicht steuern kann. Wenn die Bahn Verspätung hat oder ich in einen heftigen Stau gerate – ich kann nichts weniger leiden, als wenn man mir Lebenszeit klaut. Außerdem bin ich ein Meister der Interpretation, was ebenfalls häufig zu Wut führt.

„Wir erkennen nicht wie verletzend Wut für einen selber ist“.

Ich kann mich schlecht von negativen Emotionen lösen, ich denke immer und immer wieder darüber nach. Eine Geschichte die Gandhi zum Thema Wut mitgibt ist folgende:

Ein Mann gerät über seine Wut in eine Schlägerei. Er ist so wütend, dass er in Raserei gerät und dabei einen Mann tötet. Die Folge seiner Wut ist also, dass er nicht nur ein Leben genommen hat – er hat auch sein eigenes Leben durch den Mord zerstört.

Die Lehre, die wir hieraus ziehen können, ist die, uns nicht von den negativen Emotionen auffressen zu lassen. Wut ist eine berechtigte Emotion und muss wahrgenommen werden. Es sollte aber auch für uns weiter gehen. Für mich heißt das, die Verspätung der Bahn wahrzunehmen, den Ärger zu akzeptieren und dann mit den Gedanken weiter zu gehen. Ich versuche mir also nicht den restlichen Nachmittag von der WUT verderben zu lassen.

Eine wichtige Aussage, die ich für mich aus dem Hörbuch mitgenommen habe ist: „Auge um Auge und die ganze Welt wird blind sein.“ Ich beobachte immer wieder, dass viele Menschen ihren Ärger über die Bahn auf die Servicemitarbeiter, Kartenkontrolleure oder den Kundenservice transportieren. Dabei können in den seltensten Fällen diese Mitarbeiter etwas für Verspätungen, noch können sie was dagegen machen.

Mir hat es bisher viel gebracht eine Übersicht über meine Gefühle und meine Wut-Momente zu bekommen. Am Ende eines Tages, schaue ich oft in meine Liste rein und überlege welche Emotion berechtigt, welche übertrieben und unnütz war und wie ich meine negativen Emotionen lösen kann. Ich übe mich also fortan weiter im Wut-Tagebuch-führen! Habt ihr auch schon mal etwas in der Art ausprobiert?

Die Rezension zu dem Hörbuch „Wut ist ein Geschenk könnt ihr hier lesen.

Bis bald, eure Momkki.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.