Ausgefuchst auf dem LiteraturCampBONN

 

LiteraturCampBonn Sessionplanung

Hallo meine Lieben!

An diesen epischen Wochenende war es so weit – ich war auf meinem ersten BarCamp, haha! Vanessa von Biblometsia und Ich haben den weiten und steinigen Weg auf uns genommen und sind wie ca. 100 andere Literaturverrückte zum LiteraturCampBonn gepilgert. Das Event hat in den Räumen der Bonner VHS stattgefunden, die, wie ich sagen muss, wirklich top sind! Ich hab noch nie eine so coole VHS-Räume gesehen. Schon mal ein riesen Wohlfühlfaktor. Los ging es pünktlich um 10 Uhr. Was mir direkt aufgefallen ist: Wir waren zwar Viele, aber es war eine tolle, neugierige Atmosphäre. Jeder hatte richtig Bock. Und das hat man gemerkt!! Vor Ort haben wir dann noch Cindy von Piranhapudel und Susanne Kasper von literaturschock getroffen.

Vanessa von Biblometasia und Ich

Begonnen hat alles mit einer Vorstellungsrunde und einem groben Fahrplan. Tatsächlich war es viel mehr ein Nicht-Plan, denn bis auf die Zeitplanung, war ja noch alles offen. Vielleicht erkläre ich an dieser Stelle kurz was ein BarCamp ist. Ein BarCamp ist von Teilnehmer für Teilnehmer. Das heißt, man trifft sich meist zu einem gewissen Oberthema, hier Literatur, und jeder Teilnehmer kann dann für die anderen Teilnehmer ein Thema anbieten. Vor Ort werden dann die Themen kurz vorgetragen und per Handzeichen entschieden, ob Interesse im „Publikum“ besteht. Ab einer Gewissen Handmeldungsrate bekommt das Thema und somit der Teilnehmer einen Raum zugesprochen, in der dann das Thema behandelt werden kann. In Bonn war es so, dass ungefähr 80% der Teilnehmer noch nie auf einem BarCamp waren. Erst hatte ich hier schon etwas Sorge, dass es total chaotisch wird, aber es hat alles total super geklappt. Es wurden viele Themen vorgeschlagen und wir hatten relativ schnell einen festen Sessionplan.

Ich habe mich für folgende Sessions entscheiden:

  • Zeitmanagement durch Komplexitätsreduktion/ Schnell zum eigenen Buchcover
  • In 140 Zeichen zum Gag
  • Kreatives Schreiben
  • Zusammenarbeit zwischen einem Lektor und Autor
  • Bloggen für Autoren

Die Veranstaltung war geprägt durch eine sehr bunte Mischung aus Autoren, Lektoren, Lesern, Verlegern, Kreativen und eine kleine Minderheit an Bloggern. Insgesamt haben die Session zu Autoren-Themen überwogen, was ich allerdings nicht schlimm fand, da ich immer etwas für meinen Blog und natürlich die eigene Schreibe mitnehmen konnte.

Meine erste Session musste ich teilen, weil mich zwei Themen gleichzeitig angesprochen haben. Zu erste habe ich Edda Klepp gelauscht zum Thema „Zeitmanagement mit Komplexitätsreduktion„. Sie hat aus von ihrer Erfahrung mit Doppelbelastung gesprochen und ein paar schöne Tipps gegeben.
Meine wichtigsten Learnings hier:

  • Keywords: Mindset und Struktur
  • je mehr Wahlmöglichkeiten, desto eher wird sich verzettelt.
  • Wichtigste Frage: „Was möchte ich wirklich?“. Jetzt tief in sich hineinhorchen und gesellschaftliche Erwartungen AUSBLENDEN, nur auf sich konzentrieren.
Mein Klappentext zu dem Titel „Die rote Sonne greift mit Viren an“. Wer kann es lesen 😀 ?

Nach der Hälfte bin ich dann zu der Session „Schnell zum eigenen Buchcover“ von Storyatelier getigert. Hier sollte ein Buchcover entstehen, leider haben wir es aber nur bis zum Buchtitel geschafft. Die Zeit war einfach zu kurz. Hier wurde eine schöne Kreativmethode vorgestellt: Die Assoziationskette. Dazu hat jeder Teilnehmer ein Blatt. Der Moderator (kann auch gleichzeitig ein Teilnehmer sein, aber irgendeiner muss das Schiff steuern) gibt dann verschiedene Oberbegriffe vor wie: Genre, Handlungsort, Jahreszeit, Farben, Gefühle, Gebäude etc. . Bei jedem Begriff wird das Blatt herumgereicht. Nach ca. 20 Minuten haben wir dann aus den Assoziationen jeweils ein Titel entworfen und einen Klappentext geschrieben. Ich durfte einen Sci-Fi-Klappentext schreiben zu dem Titel „Die rote Sonne greift mit Viren an“. Direkt mal gar keine Herausforderung^^ Zum Schluss haben wir dann alle unsere Texte präsentiert. Es sind so coole Sachen dabei rumgekommen! Ich glaube wir hatten ziemlich viele talentierte Teilnehmer 🙂

Meine Learings:

  • Kindergartenspiele erfreuen auch im Erwachsenenalter das Gemüt
  • Gemeinsam kreativ sein macht ganz schön Laune!
  • „Wer spielt, der lernt – Wer spielt, hat Spaß. Daraus kann was großartiges entstehen.“

Danach sind Cindy, Vanessa und ich zu der Session „In 140 Zeichen zum Gag“ gegangen. Hier ging es hauptsächlich darum, wie ich einen Witz schreibe, wo ich mir die Inspiration hole und wie ich einen Witz theoretisch anlege. Hier hat uns Renate Coch 8 Regeln vorgestellt, die das Gag-Schreiben erleichtern. Danach folgte eine Schreibübung, die uns alle zum stöhnen bracht. Auf Komando lustig sein? Schwierig. Trotzdem sind wieder richtig coole Sachen dabei rumgekommen. Mein „Gag“ war:

Ich fühle mich wie Montagmorgens: Überall betretene Gesichter, wenn es heißt: Kommando lustig Schreiben!

Den ganzen Tag gut versorgt.

Nach der Mittagspause sind wir dann zu der Session von Beate Fuhrmann gegangen. Hier haben einen kurzen Vortrag über das Kreative Schreiben gehört und dann natürlich wieder selber losgelegt. Dazu haben wir die Kreativübung „Synonyme“ gemacht. Hierzu mussten die Frage „Was kann man mit Worten machen?“ beantworten. Dann haben wir alle so lange unsere Antworten präsentiert, bis sich der erste wiederholt hat. Es sind richtig viele Antworten zusammen gekommen – wahnsinn! Richtige Schwarmintelligenz!

Danach haben wir eine Übung gemacht, die ich mal „die bewegte Hand“ nenne. Hier schreibt man zu einem Thema eine festgesetzte Zeit. Der Clou: Man darf die Hand niemals stoppen. Auch wenn einem also nichts mehr einfällt, MUSS die Hand in Bewegung bleiben. Hier wiederholt man also das letzte Wort, malt, kritzelt, alle ist erlaubt. Das dient dazu, die Blockade aufzuhebeln.

Fuhrmann hat außerdem noch die Morgenseiten vorgestellt. Diese Übung wird jeden Morgen durchgeführt: Hier schreibt man, über eine feste Seitenanzahl oder Dauer, alles was einem in den Sinn kommt und klärt so den Kopf. „Das macht Platz für die neue Kreativität des Tages“, so Fuhrmann.

Meine Learings:

  • beim Schreiben sollte die Hand immer in Bewegung bleiben
  • Handschriftliches Schreiben ist eine andere Erfahrung als Computerschreiben
  • Kreatives Schreiben ist ein Zusammenspiel aus Freiheit, Selbstausdruck, Spiel mit Worten
  • Schreibe erst für dich selbst und entscheide später, ob und wer deinen Text lesen soll.
  • Blockaden versuchen spielerisch zu überwinden

Session „Zusammenarbeit zwischen einem Lektor und einem Autor“

In meiner vorletzten Session habe ich gedacht, lerne ich doch mal was über die Branche. Hier haben Jessica Bradley und Svenja Heneka von ihrer Zusammenarbeit berichtet. Heneka hat von der Zusammenarbeit mit Verlagen erzählt und wie sie ihren „Mandanten“, also den Autoren, mit Verlagen zusammenbringt. Außerdem haben beide verschiedenen Gerüchten aufgeräumt. Heneka sagt klar, dass ein Lektor nur Vorschläge macht und nicht das ganze Buch umschreibt. Der Autor muss entscheiden, was er von den Änderungen annimmt. Zudem hat sie verschiedene Tipps für die Zusammenarbeit, Verlagsarbeit und Lektoratssuche gegeben. Im Anschluss konnten wir noch Fragen stellen. Da auch jemand aus dem be Verlag dabei war, war es ein super spannendes Gespräch zwischen
Lektor <> Autor <> Verlag.

Meine Learings:

  • Lektorat ist kein geschützter Beruf
  • bei rel. fertigen Manuskripten kann auch ein Gutachten erstellt werden
  • Vorlektorieren erhöht die Chance in einen Verlag reinzukommen
  • Rechtschreibung und Grammatik ist NEBENSACHE, vielmehr wird im Lektorat die Qualität der Geschichte geprüft

Zum Ende habe ich dann noch bei der Session „Bloggen für Autoren“ teilgenommen, die wieder von der lieben Edda Klepp gehalten wurde. War zwar nicht meine Zielgruppe, aber ich dachte mir, dass es hier vielleicht noch den ein oder anderen Tipp abzugriefen gibt (außerdem war es auch spanned Mäuschen zu spielen XD ). Diese Session war relativ allgemein, daher kannte ich eigentlich schon alles. Trotzdem war ich erstaunt, dass es Autoren gibt die wirklich hemmungen haben auf Blogger zu zugehen. Es kam wirklich die Frage auf: „Wie komme ich an Blogger ran? Wie stelle ich den Kontakt her?“. Da war ich ganz schön baff. Liebe Autoren, schreibt uns einfach an, wenn euch unsere Blogs gefallen! Dafür sind wir doch so offensiv im Netz unterwegs^^

Meine Learnings:

  • Beim bloggen persönlich sein, aber zwingend persönlich von privat unterscheiden!!
  • Autoren haben genau so Respekt vor Bloggern, wie wir vor Autoren.

Zum Abschluss hat noch ein Improvisationstheater den Tag für uns festgehalten und es gab eine Verlosung von diversen Sachpreisen. Sehr amüsant!

Tolles Event! Ich freue mich auf nächstes Mal 🙂

Für mich war es ein sehr gelungenes BarCamp mit vielen Eindrücken, Impulsen und Ideen. Ich freue mich auf Juni, wenn es heißt: LiteraturCampHeidelberg! Ich werde definitiv wieder nach Bonn kommen. Da das Event sehr gut angekommen ist, hat man am Samstag schon gesagt, dass es wieder stattfinden wird. Yeah!

Wie hat euch das LiteraturCampBN gefallen? Wart ihr schon mal auf einem BarCamp?

Bis bald, eure Momkki.

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