Hundert Stunden Nacht von Anna Woitz

Hallo ihr Lieben 🙂

Passen zu den Oster-Feiertagen, berichte ich euch von einem neuen Buch: „Hundert Stunden Nacht“ von Anna Woitz.

Hundertstunden Nacht

Inhaltsangabe von Carlsen:

Emilia hat sich die Kreditkarte ihres Vaters geschnappt und einen Flug nach New York gebucht. Sie will einfach nur weg. Aber das Apartment, das sie übers Internet gemietet hat, gibt es gar nicht und zu allem Überfluss kündigt sich Wirbelsturm Sandy an. Zum Glück lernt sie Seth, Abby und den ziemlich verrückten Jim kennen. Zusammen finden sie eine Bleibe in SoHo. Inzwischen hat der Sturm die Stadt fest im Griff: das Haus beginnt zu wackeln, dann fällt der Strom aus. Die vier müssen immer enger zusammenrücken, ob sie wollen oder nicht.

Meine Meinung zu „Hundert Stunden Nacht„:

Ich war schon lange auf der Suche nach einem Jugendroman fernab von Fantasy, Magie, SciFi, Dystopie und allen sonderbaren Themen, die in der Altersspanne so gerne gelesen werden. Ich wollte mal wieder was echtes, unverfälschtes Lesen, etwas zum mitfühlen und erinnern. Beim surfen bin ich dann über dieses wunderschöne Cover gestolpert und auch der Klappentext hat mich ganz schnell verzaubert. Dann ist die Protagonistin auch noch Niederländerin <3 Hach.

Emilia Dezember de Witt ist 14 und verzweifelt. Nach einem Vorfall zwischen einer Mitschülerin und ihrem Vater möchte sie einfach nur weg: Weg von ihrer Familie, weg von ihren Freunden, weg aus Holland. Kurz entschlossen bucht sie alles Notwendige im Internet und haut ab. In New York angekommen muss sie feststellen, dass Abhauen gar nicht so cool ist, wie sie sich das vorgestellt hat. Ihr Unterkunft hat sie zwar brav bezahlt, aber leider war das ein Fake-Angebot. Sie hat also keinen Schlafplatz und weiß auch sonst nicht wohin. Als dann plötzlich auch noch ein Orkan auf Stadt zurollt sie mehr als dankbar, dass die Bewohner ihres Fake-Angebots so gnädig sind und ein Orkanasyl einrichten. Zu dem Orkanasyl gehören: Jimmy, Seth, Abby und natürlich Emilia. In den nächsten paar Stunden und Tagen entwickelt sich eine ganz besondere Gemeinschaft mit interessanten Gedanken und Gesprächen.

Was mir an dem Buch besonders gut gefallen hat, ist die Fähigkeit von Woitz das Denken und Handeln von Kindern sowie Jugendlichen „echt“ rüberzubringen. Oft liest man ja Jugendbücher und hat das Gefühl, das die Charaktere weit über ihr Alter hinaus sind. Hier gilt: Jugendlicher Leichtsinn, kein Bock auf Eltern, sich selber finden und GUT finden. Ich finde „Hundert Stunden Nacht“ sehr gelungen, denn es beschreibt einen Teenie im Ausnahmezustand, der es irgendwie hin bekommt, an einer heftigen Tragödie nicht zu zerbrechen. Woitz schafft es, über sehr lange Zeit den GRUND für Emilias Ausbruch zu umgehen. Wirklich aufgelöst wird der Streit erst im hinteren Drittel.  Das Ende fand ich etwas lapidar, da der Bruch in der Familie schon echt krass ist. Innerhalb der Geschichte gibt es immer wider Textstellen, die zum Nachdenken anregen wie:

„Natürlich hoffe ich, dass es später anders sein wird. Aber manchmal, wen ich wach im Bett liege, während Nacht am schwärzesten ist, habe ich Angst, dass es niemals aufhört. Dann habe ich Angst, dass man auch als Erwachsener nicht aufhören darf, Theater zu spielen.“ (S.41)

„Genau das ist so schlecht an dieser Welt. Dass Menschen Dinge, die sie eigentlich nicht tuen wollen, trotzdem tun, wenn sie viel Geld dafür bekommen.“ (S. 113)

Es hat Spaß gemacht, Emilia auf ihrem Weg zu begleiten. Insgesamt bekommt das Buch 4/5 Sterne von mir.

Bis bald, eure Momkki.

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