Donna Leon – Stille Wasser

Hallo meine Lieben!

Ich sag nur: “ It’s time for crime!“ und melde mich nach einer kleinen Pause mal wieder mit einer Hörbuch-Rezension zurück :-)) Bisher habe ich immer deutsche oder amerikanische Krimis gelesen. Obwohl Donna Leon mit ihren Werken zu den absoluten Klassikern und Leselieblingen gehört, hat sie bisher noch nicht den Weg in mein Bücherregal gefunden. Aber mit 26 MUSS man einfach den 26. Fall von Commissario Brunetti mitverfolgen, ha! Ich habe schon einige Interviews von ihr gelesen und finde sie sehr sympathisch. Außerdem kann man von etwas italienischen Flair nie genug bekommen und davon gibt es in „Stille Wasser“ reichlich :-))

Inhaltsangabe von Diogenes:

Schwächeanfall in der Questura. Brunetti landet im Ospedale Civile. Das Räderwerk des Alltags hat ihn zermürbt. Nachdem man ihn krankgeschrieben hat, will der Commissario in der Villa einer Verwandten von Paola zur Ruhe kommen. Wie wunderbar, einmal nicht Verbrechern hinterherzujagen, sondern in ländlicher Idylle seine Gedanken mit den Wolken ziehen zu lassen. Brunetti soll sich in der Lagune erholen: Doch zwischen Bienen und Blumen kommt er einem größeren Fall als je zuvor auf die Spur.

 

Meine Meinung zu „Stille Wasser“

Was mir schon mal sehr gefallen hat: Die Fälle von Commissario Brunetti scheinen nicht aufeinander aufzubauen, ich habe alles von Anfang an verstanden. Was mir ebenfalls gefallen hat: Das Setting, die Geschichte spielt nämlich in und rund um Venedig. Hach. Leider war ich noch nie selber da, aber ich habe es definitiv vor.

Brunettis 26. Fall beginnt einer Charade: Um seinen Kollegen vor einem schweren Fauxpas zu retten, spielt er einen Schwächeanfall vor. Daraufhin wird er nicht nur im Krankenhaus durchgecheckt, nein, er wird auch noch 3 Wochen zu Ruhe und Erholung verdonnert. Aber eigentlich kommt Brunetti genau das gerade recht. Er ist müde von seiner Tätigkeit und der Welt. Seine Frau Paola überrascht ihn dann mit dem Vorschlag in die Sommerresidenz der Familie zu fahren, ganz alleine, um dort ausgiebig abschalten zu können. Kurz ist er empört: Was soll er denn ganz alleine ohne seine Paola, ohne seine Kids? Doch dann stimmt er zu und macht sich auf den Weg. In der Residenz lernt er schnell den verwitweten Hausmeister Davide kennen, mit dem er sich schnell bekannt macht. Oft machen die beiden Ausflüge auf dem Ruderboot und Davide zeigt Brunetti seine Bienen. Sein Erholungsurlaub gelingt zu Anfang gut, in der Sommerresidenz kann Brunetti gut entspannen und sich völlig auf sich selbst besinnen. Das einzige was ihn zunehmend irritiert ist Davide. Bei den Ruderausflügen entdecken die beiden immer mehr tote Bienenvölker. Das Sterben seiner Bienen macht Davide völlig fertig und er fängt an zu recherchieren, aber auch seltsame Bemerkungen zu machen, die Brunetti nicht einordnen kann. Schon bald merkt dieser, dass es um mehr geht also nur guten Honig….

Die Geschichte hat mir gut gefallen, besonders die vielen persönlichen Einblicke in Brunettis Leben fand ich spannend. Auch durch den Einblick von Paolas Leben konnte man noch mehr Identifikation gewinnen. Besonders schön fand ich die Rolle der Bienen in dem Buch. Ich weiß, es ist aktuell ein Trendthema, aber die Bienen haben das gesamte Geschehen miteinader verknüpft. Insgesamt ist „Stille Wasser“ ein sehr ruhiger Krimi, der mit wenig Gewalt auskommt. Interessant sind aber die vielen kleinen Zusammenhänge, die Donna Leon von Anfang an webt, die aber für mich erst bei der Auflösung ersichtlich waren.  Dadurch hat mich Fall 26 bis zum Schluss gefesselt.

Joachim Schönfeld ist der Vorleser von Donna Leones Werken und vermag mit seiner reifen, kritischen Stimme Commissario Brunetti perfekt darzustellen. Schön fand ich auch die kleine Karte von Venedig, die in dem Booklet zum Hörbuch abgebildet ist. So kann man zwischendurch mal nachschauen, wo die Handlungsorte liegen.

Insgesamt bewerte ich das Hörbuch mit 4/5 Sternen.

Bis bald, eure momkki.

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