Der weite Raum der Zeit – Das Shakespeare Projekt 

Hallo Zusammen!

Frisch aus dem Urlaub zurück, möchte ich euch natürlich eine weitere Strandlektüre vorstellen: Der weite Raum der Zeit“ von Jeanette Winterson. Das Buch ist ein weiterer Teil des Shakespeare Projekts aus dem Knaus Verlag. Hier hat Winterson „Das Wintermärchen“ von Shakespeare neu interpretiert.

Inhaltsangabe der Verlagsseite:
Der Londoner Investmentbanker Leo verdächtigt seine schwangere Frau MiMi, ihn mit seinem Jugendfreund Xeno zu betrügen. In rasender Eifersucht und blind gegenüber allen gegenteiligen Beweisen verstößt er MiMi und seine neugeborene Tochter Perdita. Durch einen glücklichen Zufall findet der Barpianist Shep das Baby und nimmt es mit nach Hause. Jahre später verliebt sich das Mädchen in einen jungen Mann – Xenos einzigen Sohn. Zusammen machen sie sich auf, das Rätsel ihrer Herkunft zu lösen und alte Wunden zu heilen, damit der Bann der Vergangenheit endlich gebrochen wird.

Meine Bewertung:
„Der weite Raum der Zeit“ ist für mich ein Familiendrama par excellence. Der Silberrücken Leo verdächtig seine Frau mit seinem besten Freund eine Affäre zuhaben, ohne jegliche Anhaltspunkte und steigert sich in alle Gespräche, Berührungen und Blicke zwischen den beiden rein. Er will förmlich, dass seine Frau eine Affäre mit seinem besten Freund hat! Immer enger ziehen sich die Kreise seines Wahns. Mimi hingegen weiß gar nicht wie ihr geschieht: Hat Leo eine Affäre? Warum ist er auf einmal so abweisend? Xenos versteht Leo ebenso wenig. Wie kann er denken, er Xenos, würde Leo so etwas nur antun? Die Story ist wirklich spannend und hat natürlich eine Thematik, die es schon auf gegeben hat: Tyrannischer Ehemann wirft seiner Frau aus undefinierbaren Gründen vor, sie würde ihm mit jemanden aus seinem nahen Umfeld betrügen. Die Geschichte bekommt aber eine tolle Wendung: in seinem Wahn gibt Leo sein Kind an Xenos, in dem Glauben Xenos sei der Vater. Das Baby kommt allerdings nie an. Shep, ein schwarzer Kleinkrimineller, findet das Baby und zieht er als seine eigener Tochter groß.
Winterson spickt den Inhalt immer wieder mit Dialogen aus dem Original. Sie baut eine gute Spannung auf, der Wahn und Hass seiner Frau gegenüber könnte für mich intensiver sein. An manchen Stellen fehlt mir der Witz etwas. Außerdem finde ich es schade, dass Mimi in der zweiten Hälfte des Buches gar nicht mehr vor kommt. Nachdem das Baby verloren geht und die Story zu Perdita im Teeniealter springt, hat sie keinen Raum mehr in der Story. Insgesamt bewerte ich das Buch mit 3/5.

 

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