Das Leben wartet nicht – Marco Balzano

Hallo meine Lieben!

Der Urlaub am Gardasee ist super schön – ich  bin richtig überwältigt von der Natur, der Atmosphäre und dem absolut grandiosem Wetter! Erst hatten wir etwas sorge, dass es Anfang Mai noch kühl und regnerisch sein könnte. Auch der Wetterbericht hat von viel Regen und Wolken gesprochen. Aber seit wir hier sind, hat sich das Wetter aufgeklärt und es ist fast die ganze Zeit Kaiserwetter! Einfach toll :-))

Ich nutze die Zeit bisher zum Lesen – Meine Leseliste für den Urlaub ist lang und ich hab gestern „Das Leben wartet nicht“ von Marco Balzano beendet. Das Buch spielt in Italien und gegen Ende kommt sogar der Gardasee, mit dem wunderschönen Örtchen Sirmione, mal vor. Es ist nochmal ein ganz anderes Feeling, wenn man ein Buch, das in Italien spielt, auch in Italien liest. Die Verbindung zu der Geschichte ist dann noch intensiver.

Inhaltsangabe von Diogenes:

Ninetto war noch ein Kind, als er allein von Sizilien nach Mailand kam, um Arbeit zu suchen. Ein furchtloser Junge mit der Sonne des Südens im Herzen. Obwohl er noch zu klein war für das Fahrrad, fand er sogleich eine Anstellung als Bote. Heute, über fünfzig Jahre später, erkennt sich Ninetto in den Neuankömmlingen aus China und Nordafrika wieder. Sie haben dieselben Träume wie er damals. Und setzen alles daran, sie zu verwirklichen.

Meine Meinung zu „Das Leben wartet nicht“

Es ist ziemlich schwierig zu beschreiben, was ich bei dem Buch gefühlt und gedacht habe. Meistens war ich negativ erstaunt und habe „Oh Gott“ oder „Oje“ gedacht. Nicht weil das Buch nicht spannend genug gewesen wäre – ganz im Gegenteil. Bis zum Schluss fiebert man mit Ninetto mit!

In „Das Leben wartet nicht“ erzählt Ninetto uns seine Lebensgeschichte in zwei Teilen. Die Geschichte wechselt von der Erzählung seiner Kindheit zu den Geschehnissen von Heute. Ninetto kommt aus einer Arbeiterfamilie und wächst in Sizilien auf. Seine Familie ist bitterarm und als seine Mutter einen Schlaganfall erleidet, muss er die Schule abbrechen und fortan als Tagelöhner auf dem Feld arbeiten. Da ist er neun. Der Tageslohn für einen Tag schuften auf dem Feld: Bohnen, Auberginen, Brot. Trist und hart ist die Zeit seiner Kindheit und eines Tages beschließt er, San Cono und seinen spielsüchtigen Vater den Rücken zu kehren und nach Mailand zu gehen. Auch hier erwartet ihn nichts als Armut und Hungerslohn. Es gibt nicht was er sich sehnlicher wünscht als 15 zu sein. Denn dann kann er endlich in der Fabrik arbeiten und für sich und seine Herzdame eine Zukunft aufbauen….

Der Roman „Das Leben wartet nicht“ hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Balzano vermag Armut und den Kampf um ein besseres Leben aus den Augen eines Kindes zu beschreiben: unbedarft, hoffnungsvoll und regenerativ. Ich habe mir auf 300 Seiten gedacht: Man hast du es gut. Es war ganz schön bedrückend über eine solche Armut zu lesen. An vielen Stellen verlaufen die Bemühungen von Ninetto im Nichts. Trotz Arbeitswillen scheitert er immer wieder, da nicht nur er nichts hat, sondern sein ganzes Umfeld arm ist. Zudem gibt es keine Arbeitsplätze. Der Roman bringt einem ganz schön zum grübeln!

Das einzige Manko für mich ich war, dass der Klappentext nicht mit dem Inhalt des Buches übereinstimmt. Es gibt kaum Berührungspunkte mit den „Neuankömmlingen aus China und Nordafrika“. Sicher, er freundet sich mit den beiden Chinesen aus dem italienischen Restaurant um die Ecke an. Aber ist es ist hier nicht viel mehr so, dass aus einer Zweckbekanntschaft, eine Bekanntschaft und zuletzt eine Freundschaft wird?

Insgesamt bewerte ich den Roman mit 4/5 Sternen.

Bis bald, eure Momkki!

One thought on “Das Leben wartet nicht – Marco Balzano

  1. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, doch ich gebe dir recht, dass der Klappentext zu sehr versucht auf der Flüchtlingswelle mitzureiten. Ich hatte es so verstanden, dass er noch aus Italien herauskommt.
    Ich muss mir noch neue Italien-Lektüre für den Sommerurlaub zusammenstellen. Ich liebe es auch die passenden Bücher im Urlaub zu lesen.
    Alles Gute
    Silvia

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